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Sturts Desert Rose, ein Malvengewächs
Eine Schönheit am Straßenrand: Sturt`s desert rose, ein Malvengewächs

Sturt`s Desert Rose, ein Strauch am Wegesrand im zentralen Outback mit wunderschönen Blüten, zum floralen Emblem des Northern Territory gewählt.

Sturt`s desert rose, Gossypium sturtianum

Diese wunderschöne Pflanze gehört zu den Malvengewächsen, leicht erkennbar am Aufbau der Blüte: Die zahllosen Staubblätter konzentrieren sich in der Mitte der Blüte, ihre Stiele, die Staubfäden, sind zu einer Röhre verwachsen, die Staubbeutel sind nach außen gerichtet (siehe Abbildung). Ist ihr Polleninhalt abgegeben, so krümmen sie sich noch weiter nach außen und aus der Staubfadenröhre wachsen jetzt die Narbenäste heraus, so dass eine Fremdbestäubung gewährleistet ist.
(Zu den Malvengewächsen gehören auch die Zierpflanzen Hibiscus oder die Stockrose, die in vielen deutschen Gärten wächst.)

Zur Gattung Gossypium gehört auch der bekannteste Vertreter dieser Gruppe: die gelb blühende Baumwoll-Pflanze. Die Nutzpflanze ist aus der Kreuzung von mehreren Gossypium-Arten verschiedener Kontinente entstanden. Dadurch entstand eine tetraploide (mit vier Chromosomensätzen versehene) Sorte. Die Frucht besteht aus einer Kapsel, die bei der Reife in 3-5 Fruchtblätter aufplatzt und die Samen freigibt. Die Samen sind von einem dichten, aber kurzen Haarvlies überzogen. Durch Züchtung hat man erreicht, dass die beste Baumwoll-Sorte - sie wächst in Ägypten - eine Haarlänge von 40-50mm aufweist. Die Haare bestehen aus einer einzelnen nicht verholzenden Zelle, deswegen ist eine daraus gesponnene Faser weich und nicht spröde - bestens geeignet zur Herstellung von Baumwoll-Kleidung.

Sturt`s Desert Rose (Gossypium sturtianum) wurde von Charles Sturt (nicht zu verwechseln mit dem Stuart, der als erster Australien von Süd nach Nord durchquerte) auf einer seiner zahlreichen Outback-Reisen gesammelt und bei der Erstbeschreibung nach ihm benannt.
Dieser niedrige Strauch kommt im zentralen Outback Australiens vor und ist sehr dürre-resistent. Er blüht im dortigen Winter oder nach Regenfällen.

Fototipp:
Nur im Gegenlicht kommt die Schönheit der Blüte mit ihren zarten Blütenblättern zur Geltung.

Bild unten:
Eine der 17 wilden Gossypium-Arten (vielleicht G. australe), die es in Australien gibt. Die Fruchtkapseln sind schon aufgeplatzt, der Haarvlies auf den Samen ist gut erkennbar. Ort: sandige Flussbank des Rover rivers im Mataranka NP.

Gossypium, Baumwolle mit Früchten
Eine der 17 wilden australischen Gossypium-Arten (vielleicht G. australe) mit den charakteristischen Früchten