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Heron Island, Meeresschildkröte
Heron Island: Grüne Meeres-Schildkröte = Chelonia mydas, die nach der Eiablage erschöpft pausiert

Heron Island: ein bedeutender Brutplatz für Meeresschildkröten:

Heron Island ist eine der wichtigsten Eiablageplätze von Meeresschildkröten in Queensland: von Grünen (Green turtle = Chelonia mydas) und von Unechten Karettschildkröten (Loggerhead Turtle =Caretta caretta). Zwischen November und März kommen sie hier zur Eiablage an Land.
Die Beobachtung* dieser mächtigen Reptilien war für uns wohl das größte Erlebnis auf dieser Insel. (Die Korallenriffe des Roten Meeres hatten wir schon früher so oft besucht, dass dieses gleich schöne Riff für uns "nur" eine wunderschöne Auffrischung war.)

Beim Beobachten von Schildkröten während der Eiablage sollte man auf jeden Fall die Richtlinien genau beachten, auch wenn kein Ranger etc. in der Nähe ist. Auf Heron Island kann man sich gut im Resort informieren.

Heron Island, Eiablegeplatz von Meeresschildkröten
Spuren im Sand von Meeresschildkröten bei der Eiablage. Rechts: ein verlassener Eiablegeplatz

Beobachtungen von Meeresschildkröten:

Bei Dunkelheit wandert man in der Zeit zwischen November und März mit einer schwachen Taschenlampe - am besten aber ohne künstliches Licht - am Strand um die Insel herum und sucht nach einen Buckel, der sich dunkel gegen den hellen Sand abhebt bzw. nach Spuren im Sand, die eine Schildkröte beim Kriechen hinterlässt (siehe Bild unten rechts).

Findet man eine, so muss man einen bestimmten Abstand (ca. 10m) einhalten, Bewegungen und Licht vermeiden. Man darf sich ausschließlich von hinten nähern, sonst kann man die Schildkröte so stören, dass sie wieder umkehrt.

Wenn das Tier einen geeigneten Platz gefunden hat - oberhalb der Hochwasserlinie und mit einer bestimmten Feuchtigkeit - und anfängt zu graben, kann man sich weiter nähern. Es ist ein unvergessliches Erlebnis, hinter einem Tier im Sand zu liegen, sein Schnaufen und das Prasseln des weggeschaufelten Sandes zu hören. Zuerst wühlt es mit allen vier Flossen eine flache Mulde und gräbt dann ausschließlich mit den hinteren Flossen die Eikammer. Dabei gebraucht sie abwechselnd ihre hinteren Flossen wie Schaufeln, um ein ca. 50cm tiefes flaschenförmiges Loch auszuheben.

Wenn die Schildkröte aufhört zu graben, macht sie eine kurze Verschnaufpause und danach lässt sie die Eier - zwischen 100 -150 Stück - in die Eigrube hineinfallen. Da die Eier keine Kalkschale haben, können sie dabei nicht zerbrechen. Das ist der Moment, an dem man die Schildkröte am wenigsten stören kann. Sie befindet sich in einem Trance-Zustand. Will man nicht auf Blitzlichtaufnahmen verzichten (wir haben es), so ist das jetzt der Augenblick. Wenn man das Tier nur von hinten anblitzt, so scheint das für das Reptil wie ein natürlicher Gewitterblitz zu sein.

Danach schaufelt und wühlt das Tier die Eigrube zu und wendet sich in Richtung des hellsten Horizontes - das ist immer die Richtung zum Meer. Bei der Rückkehr ins gewohnte Element darf die Schildkröte auf keinen Fall gestört werden.

Bei der Eiablage an Land fällt auf, dass die Schildkröten scheinbar "weinen". Es sind aber Salzdrüsen, die das mit der Nahrung aufgenommene überschüssige Salz ausscheiden.

Anpassungen der Meeresschildkröten
Umwandlung der Vorder- und Hinterextremitäten zu Flossen