zurückweiter
See des Hattah-Kulkyne Nationalparks
Lake Mournpall im gefluteten Zustand (2009)

Die Seen im Hattah-Kulkyne NP:

Die Seen im Hattah-Kulkyne NP sind zwar als solche in den Karten eingezeichnet, aber in Wirklichkeit sind sie in den meisten Jahren nicht mit Wasser gefüllt. Nur wenn im Quellbereich des Murray - in den Snowy Mountains - außerordentlich viel Regen im Winter fällt, kommt es zu einer so starken Erhöhung der Wasserstände des Murray, dass viele Senken sich mit Wasser füllen, so auch diese Seen im Hattah-Kulkyne NP, die mit natürlichen Kanälen mit dem Murray in Verbindung stehen. Früher waren die Seen im August - wenn überhaupt - mit Wasser gefüllt, während sie in der darauf folgenden Trockenzeit langsam austrockneten.

Das Wasser in den Seen lockt dann viele Tiere an, besonders verschiedene Kakadus und Sittiche, aber auch Noisy Miner, Honeyeater, Butcherbirds, Choughs, Apostelbirds und Emus, Reptilien wie Warane, Bartagamen, Mallee-Agamen und Blauzungenskinke, aber auch Graue und Rote Riesenkängurus. Gerade in der Trockenzeit lockt das Wasser so viele Kängurus an, dass die empfindliche Mallee-Vegetation im Park zerstört werden kann. Deswegen wurde ein Zaun gezogen, um die Anzahl dieser Tiere in erträglichen Maßen zu halten.

Hattah NP
Lake Hattah im gefluteten Zustand (2009)
Hattah-See, Hochwasserstaende
links: Hochwasserstände früherer Jahre, rechts: der trocken gefallene Lake Mournpall (2004)

2004 waren die Seen ausgetrocknet (Bild unten rechts), zum letzten Mal waren sie davor 1990 mit Wasser gefüllt. Damals stand dort noch ein Wasserstandsanzeiger, der die Höhe der natürlichen Höchstwasserstände in den Seen anzeigte (Bild unten links). Wegen der sich ständig vergrößernden Zeitspanne, in der die Seen trocken lagen, stand das gesamte ökologische System dieses Feuchtgebietes in Gefahr.

Die Fluss-Eukalypten (Red River gums) vertragen zwar viele Monate Trockenheit - sie lassen dann ganze Äste absterben und verringern dadurch massiv ihre Wasserverluste durch Verdunstung - benötigen aber immer wieder eine Zeit, in der Wasser reichlich vorhanden sein muss, ja sie vertragen dann sogar eine begrenzte Zeit der Überschwemmung.

Ursache dieser Austrocknung waren nicht so sehr Klimaänderungen, sondern vielmehr eine sich ständig erhöhende Wasserentnahme aus dem Murray.

Als wir 2009 Anfang Oktober dem Hattah-Kulkyne NP einen Besuch abstatteten, wurde er gerade geflutet. Mit der Umwandlung des wilden Murray-Flusses durch Staudämme und Staustufen in ein System von Stauseen und der Bewirtschaftung des Wassers war es möglich, diese Seen trotz der hohen Wasserentnahme für landwirtschaftliche Zwecke (z.B. Bewässerungsflächen um Renmark) und städtische Interessen (Adelaide entnimmt den größten Teil seines Wassers aus dem Murray) zu fluten. Dieses sogenannte "hydro-elektrische Projekt" der Wasserbewirtschaftung des Murray wird dann hoffentlich auch das einzigartige Feuchtgebiet im Hattah-Kulkyne NP auf absehbare Zeit retten.

Hattah-Kulkyne NP
Lake Hattah im gefluteten Zustand (2009)