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cooktown, qld
Cooktown: Charlotte street: Bauten aus der Zeit der Goldfunde am Palmer River (1873)

James Cook und Cooktown:

Cooktown, heute ein verschlafenes Nest in den Tropen, seit einigen Jahren durch einem geteerten HWY mit Mareeba (Atherton Tableland) und mit Mossman verbunden.

Für den Reisenden, der aus dem Süden kommt, der letzte Ort (im übertragenem Sinn), aber historisch gesehen der erste Ort Australiens.

1770 entstand hier die erste Ansiedlung in Australien, in der Europäer einige Wochen lang gewohnt haben.

Cooks Schiff: die Endeaver
Ein Nachbau der Endeavour im Hafen von Darwin: nicht besonders groß oder bequem für eine Weltreise

Cooks Entdecker-Reise:

1768 startete James Cook auf seine erste Reise in die Südsee, zusammen mit 80 Mann Besatzung und 11 Wissenschaftlern. Zuerst sollte er astronomische Untersuchungen auf Tahiti durchführen und danach den noch unbekannten Südkontinent, die "Terra Australis Incognita", suchen und vermessen. Die Existenz eines Südkontinentes hatten Geographen postuliert, weil man ein Gegengewicht zu den Landmassen auf der Nordhalbkugel der Erde für notwendig hielt. Für die damaligen Seefahrernationen hatte dieser sagenumwobene Kontinent eine unheimliche Anziehungskraft, hoffte man doch, dort gewaltige Reichtümer finden zu können.

Nach der Umsegelung von Neuseeland und der Kartierung seiner Küstenlinien segelte James Cook nach Westen und fand endlich den Südkontinent. Im April 1770 ging er als erster Europäer in der Botany Bay* (Den Namen wählte man, weil man dort zahlreiche damals unbekannte Pflanzen entdeckt hatte.) an Land, erklärte dieses Gebiet zu britischem Eigentum und nannte es New South Wales.
Er erforschte die 3000 km Küstenlinie bis zum Cape York hinauf und ließ sich auch nicht von gefährlichen Korallenriffen von seinem Vorhaben abhalten. Während dieser wochenlangen Fahrt lief sein Schiff Endeavour unerwartet auf ein Riff vor dem Cape Tribulation auf (tribulation, englisch = Kummer, Sorgen). Cook veranlasste das, was man in solch einem Fall als allerletzte Maßnahme tat, er ließ Ballast und Kanonen über Bord werfen und kam dadurch bei Flut frei. Sonst hätte der nächste Sturm sein Schiff zerschmettert, was nicht gerade erfreulich gewesen wäre. Trotz des Lecks erreichte er noch die nächstgelegene Flussmündung. Dort brauchte die Besatzung mehr als 7 Wochen, um das Schiff wieder flott zu bekommen und die Vorräte an Süßwasser zu ergänzen. Den Fluss, der ihm als Hafen diente, nannte er nach seinem Schiff: Endeavour River.

Hier wurde später eine beständige Siedlung gegründet, die man zu Ehren des Entdeckers Cooktown nannte.

1873 wurde dieser Ort zur "Boomtown", nachdem man am Palmer River (Maytown, 140km südwestlich von Cooktown) Gold gefunden hatte. Cooktown wurde zum Versorgungshafen der Goldfelder: von hier aus wurde das Gold abtransportiert, von hier aus wurden die Goldfelder mit allem Nötigen versorgt. Der Ort wurde damals zu einer der prächtigsten Städte des Nordens mit ca. 30 000 Einwohnern, wovon jetzt noch die erhalten gebliebenen Prachtbauten an der Charlotte Street, der Hauptstraße, zeugen.

*Noch heute betritt man als Tourist an dieser Stelle australischen Boden. Denn der Kingsford Smith International Airport von Sydney liegt an der Botany Bay.

Cooktown, QLD
Cooktown, Charlotte street