Termiten-Hügel im Litchfield National Park
Litchfield Nationalpark: Spinifextermiten bauen 4-5m hohe voll klimatisierte Wohnstätten

In der Nähe des Haupteinganges des Litchfield Nationalparks befindet sich eine Überschwemmungszone, wo sich schöne Felder von Termitenbauten befinden. Mehr am Rande der Gras bewachsenen Überschwemmungszone bauen die Spinifex-Termiten (Kathedral Termites) ihre bis zu 7m hohen beeindruckenden Bauten. Sie werden in jahrelanger Arbeit von Millionen von Termiten-Arbeitern aus Lehm, Kot und Speichel aufgebaut. Der Lehm härtet schnell und wird steinhart. Die Bauten dienen nicht nur als Schutz vor Feinden, sondern auch als Sonnenschutz. Die Termiten selbst sind schwach pigmentiert ("Weiße Ameisen") und meiden die direkte Besonnung, bestimmte Kasten der Arbeiterinnen verlassen nie den Bau.

Termitenbauten im Litchfield Nationalpark,
Wohnstätten mit perfekter Klimaanlage:

Termiten legen ihre Bauten so an, dass Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Sauerstoffgehalt optimal reguliert wird - und das ohne viel Energie zu verschwenden, wie wir Menschen es tun mit unseren Klimaanlagen.
Obwohl sich die Temperaturen außerhalb des Baues im Tag-Nacht-Wechsel ständig ändern, herrschen in Termitenbauten fast konstante Temperaturen, meist um die 30°C mit einer hohen Luftfeuchtigkeit (fast 100% rel. Luftfeuchte).

Zusätzlich verbraucht solch ein Staat von Millionen von Tieren täglich bis zu 300 Liter Sauerstoff, die ersetzt werden müssen, damit die Tiere überleben können. Dieses wird möglich durch ein ausgeklügeltes System an Gängen und Außenöffnungen.

Im Untergeschoss - also unter der Erdoberfläche sind die eigentlichen Wohnstätten dieser Insekten. Hier befindet sich die Königin, die nichts anderes macht, als fortlaufend Eier zu legen. Hier sind die Aufzuchtstationen für den Nachwuchs.
In der Mitte des oberirdischen Baues befindet sich ein großlumiger Belüftungsschacht, in dem warme "verbrauchte" - also CO2-reiche - Luft nach oben steigt und sich in seitlichen Gängen verteilt, die in die Nähe der Außenwand des Termitenbaues führen. Dort kühlt sie ab und sinkt durch andere senkrechte Belüftungstunnel nach unten ab. Dabei wird durch sehr kleine Öffnungen (Poren) in der Hülle des Termitenbaues O2-reiche Luft angesaugt, so dass die "verbrauchte" Luft wiederum mit Sauerstoff angereichert bzw. erneuert wird.
Anschließend gelangt diese O2-reiche kühlere Luft in die Keller des Termitenhügels, d.h. also zu den Wohnstätten der Insekten.

Bei Bedarf wandern die Tiere noch innerhalb dies Baues umher, sie halten sich immer dort auf, wo die für sie optimalen Bedingungen herrschen. Sollte die Gefahr bestehen, dass der Bau überhitzt wird bzw. zu stark abkühlt, so erweitern bzw. verschließen die Termiten manche Belüftungsschächte, um die Temperatur im Bau konstant zu halten.
Bei einem Absinken der Luftfeuchtigkeit im Bau, sind die Termiten in der Lage, Grundwasservorräte aus größerer Tiefe in ihren Bau zu befördern. Dazu haben sie besondere Gänge gegraben, die bis in eine Tiefe von 30m reichen können.

Architekten könnten also von Termiten lernen und sich inspirieren lassen.

Reisetipp und Fototipp:
Auf der Einfahrt von Batchelor aus trifft man nach 35km auf ein Feld von Kompass-Termiten (Magnetic Termite Mounds). Diese kann man aus einer - mir viel zu großen - Entfernung von einer Terrasse aus bestaunen. Am Rande dieses Feldes befinden sich aber viele beeindruckende Bauten von Spinifextermiten (siehe Bild oben). Am günstigsten ist es aber, auf der anderen Seite der Straße durch die lockere Savanne zu streifen. Dabei sollte man aber die Orientierung nicht verlieren und den lockeren Kontakt zur Straße halten und auf Schlangen achten. Am Parkplatz sind Tafeln mit interessanten Informationen vorhanden.

Termitenhügel in der tropischen Savanne Australiens
Verdauung von Unverdaulichem: Spinifex-Termiten
Kompass-Termiten wohnen saisonal in überfluteten Gebieten

Termitenhügel im Litchfield NP
Litchfield Nationalpark: Das typische faltige Aussehen eines riesigen Termitenhügels der Spinifex-Termiten