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Warane, Buntwaran, Lace Monitor
Buntwaran (Varanus varius = Lace Monitor) im Hattah-Kulkyne NP

Warane (Varanus = Monitor)

Als ich diesen alten ausgewachsenen fast 2m langen Buntwaran fotografierte, erinnerte er mich an das Urbild eines Drachens, nur das Speien von Feuer gelang ihm nicht. Warane scheinen urtümliche Tiere zu sein, Überlebende der Saurier. In Wirklichkeit sind sie eine moderne Entwicklung. Alle 73 Arten ähneln sich stark, sie unterscheiden sich hauptsächlich in Größe und Färbung, so dass man sie alle in eine Gruppe (die Gattung "Varanus") einordnen kann. Sie sind leistungsfähig, vielseitig und an praktisch alle tropischen und subtropischen Lebensräume gut angepasst. Laufen, graben, klettern und schwimmen können sie gleichermaßen gut. Sie haben sich nicht auf eine Fortbewegung spezialisiert. Sie kommen in Afrika, Asien und Australien vor. Nur auf den Inseln Madagaskar, Tasmanien und Neuseeland fehlen sie.

Merkmale der Warane:

Mit ihren kräftigen Beinen können Warane ihren Körper vom Boden abstemmen, was einen raschen Lauf ermöglicht. Wie alle Reptilien laufen Warane mit seitlich abgespreizten Beinen*, wobei zusätzlich noch der Rumpf seitlich gebogen wird. Der lange Schwanz ist kräftig. Er dient beim Laufen als Gegengewicht zum Kopf und Hals und für plötzliche Richtungsänderungen, beim Schwimmen als Ruder, sonst als gefährliche Waffe. Wird ein Waran bedroht, so versucht er durch Schwanzschläge, durch Beißen** oder Kratzen den Feind zu vertreiben. Der Hals ist lang und sehr beweglich, der Schlund sehr dehnbar. Das ermöglicht das Verschlucken relativ großer Beute. Die Schuppen sind größtenteils klein und überlappen sich nicht.

*Es war eine der genialen Erfindungen der Dinosaurier und der Säuger, die Hüft- und Beingelenke so zu verändern, dass die Füße mehr oder weniger säulenartig unter den Hüftgelenken zu liegen kommen. Erst dadurch war die Entwicklung von Lebewesen mit hohem Körpergewicht und ausdauernder Fortbewegung möglich.

Geruchsvermögen der Warane:

Schlangen und Warane riechen nicht so wie Säuger, die mit der Atemluft mitgerissene Duftstoffe an eine Riechschleimhaut in der Nase abgeben. Kontrollieren diese Reptilien die Umgebung, so stecken sie immer wieder die am Ende gespaltene Zunge aus dem Maul heraus und ziehen sie wieder ein, sie "züngeln". In Wirklichkeit nehmen sie Duftstoffe mit der Zunge auf und laden diese in zwei Gruben im Gaumendach ab. Dort liegen die nach ihrem Entdecker genannten "Jacobsonschen Organe", die zur Wahrnehmung von chemischen Stoffen dienen. Diese Organe kommen ausschließlich bei Reptilien, wie den Waranen und Schlangen, vor. Dabei ermöglichen die beiden Zungenspitzen dem Waran, die Lage der Geruchsquelle genauer zu lokalisieren. Denn die beiden Gruben des Jacobsonschen Organs können sehr kleine Konzentrationsunterschiede der Stoffe, die von den beiden Zungenspitzen aufgenommen worden sind, feststellen. Daraus kann dann die Richtung der Duftquelle vom Gehirn "berechnet" werden.

Buntwaran, Lance Monitor
links: die seitliche Einlenkung der Beine wird deutlich, rechts: auch "schwergewichtige" Buntwarane flüchten bei Gefahr auf Bäume

Körperbau (Herz und Atmung):

Die Herzkammern sind zwar nicht vollständig anatomisch getrennt, in der Funktion wird aber auf komplizierte Art eine deutlich bessere Trennung des sauerstoffreichen vom sauerstoffarmen Blut als bei anderen Reptilien ermöglicht. Der Luftwechsel in den Lungen erfolgt mit Hilfe der Zwischenrippenmuskulatur und durch Erweiterung bzw. Verengung des Kehlraumes. Durch beide Veränderungen kann die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff besser als bei anderen Kriechtieren bewerkstelligt werden. Die Muskeln der Warane können also auch bei mittelhohen Leistungsanforderungen mit ausreichenden Mengen an Sauerstoff versorgt werden. Andere Reptilien müssen dann auf eine Energiegewinnung ohne Sauerstoff (anaerobe Atmung) umschalten, was nach kurzer Zeit zur Muskelermüdung führt. (Wir Menschen haben eine ähnliche Situation am Ende eines 100m-Laufes.)

Verhalten der Warane:

Tagsüber streifen Warane durch große Gebiete und suchen nach Beute: Wirbellose oder kleinere bis mittelgroße Wirbeltiere. Orte, die Erfolg versprechen wie Laubhaufen, Höhlungen am Stamm von Bäumen usw., werden auf Geruchsspuren abgesucht. Sich bewegende Beutetiere werden mit einer blitzschnellen Bewegung gepackt. Mit den spitzen Zähnen können sie aber diese nur festhalten, nicht aber zerteilen. Deswegen müssen sie diese unzerkleinert verschlucken. Aas verschmähen die meisten Tiere auch nicht. Nachts verkriechen sich die baumbewohnenden Arten in Baumhöhlen (Buntwaran), die bodenbewohnenden in selbst gegrabenen Erdhöhlen (Goulds Waran) oder in ähnlichen Verstecken.

Revierkämpfe:

Bei Revierkämpfen und beim Kampf um Weibchen setzen Waran-Männchen ihre "Waffen" (Schwanz, Gebiss, Krallen) nicht ein. Die beiden Tiere ringen auf den Hinterbeinen stehend miteinander. Jedes Tier versucht den Gegner zur Seite oder auf den Rücken zu werfen. Der Kampf erfolgt nach bestimmten Regeln, er ist ritualisiert. Die gefährlichen Waffen einer Tierart werden dabei nicht eingesetzt, so dass der Gegner normalerweise weder getötet, noch verletzt wird. Letzteres wäre ungünstig für die Population einer Tierart, denn viele junge Männchen, die erst später genügend Chancen hätten, würden verloren gehen. Solche ritualisierten Kämpfe oder Kommentkämpfe sind im Tierreich weit verbreitet bei wehrhaften Tieren. (Nur selten werden regelmäßig Beschädigungskämpfe ausgetragen wie bei den Seeelefanten)

Infos über Goulds Waran und Buntwaran

*Bisswunden von Waranen entzünden sich fast immer. Dabei ist noch nicht geklärt, ob dieses Gifte oder Bakterien verursachen.

Warane, Buntwaran, Lace Monitor
Hattah-Kulkyne NP: Buntwaran (Varanus varius = Lace Monitor)